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Mit Socketeer ins Netz  Carlos Michael Santillán
Irgendwie tut sich fast jeder RISC OS Benutzer schwer sich mit seinen Rechner ins Internet einzuwählen. Ich selbst hatte da auch seinerzeit meine bösen Erfahrungen mit FreeDail und Socketeer (Version 0.14) gemacht. Aber mit beiden Programmen habe ich es irgendwie geschafft mich einzuwählen. Hier möchte ich zeigen wie man mit der aktuellen Version von Socketeer (0.17) recht leicht ins Internet kommt. Socketeer hat so paar Features weswegen ich es bevorzuge. Kurz und knapp sind das Konfiguration von mehreren Providern, Logfile von allen Sitzungen, Anzeige der Zeit wie lange man schon Online ist, Anzeige wenn keine Daten gesendet und empfangen werden und auflegen nach einer gewissen Zeit der Untätigkeit, ein eigener Launcher in den man Anwendungen, Verzeichnisse und Dateien für den schnellen Zugriff ablegen kann, jeweils eine editierbare Obey-Datei die nach der Einwahl und beim Auflegen ausgeführt werden kann und einiges mehr. Um hier nicht irgendwelche abstrakten Daten zu nennen benutze ich hier die Konfiguration von dem Internet by Call Provider Arcor. Ich benutze hier das Acorn PPP, aber man kann wohl auch den Shareware PPPDriver von Sergio Monesi benutzen, muß ihn aber vorher registrieren. Die Installation vom PPPDriver erfolgt dann auch über das mitgelieferte Installationsprogramm.

Zuerst muß man sich die notwendige Software beschaffen:
Socketeer: http://www.soup-kitchen.net/software/socketeer.html
Internet: gehört ab 3.6 zu RISC OS, http://acorn.riscos.com/riscos/releases/networking/DCI4/
SerialDev: http://www.arcsite.de/arcarchie/
SerialBuffer: Modul, http://www.pilling.demon.co.uk/soft.html
Acorn Resolver: Modul in RISC OS 4 vorhanden, http://www.castle.uk.co/oregano/ordemtc.htm
PPP: Modul, Acorn Internet Suite, Acorn User 200 CD, http://www.castle.uk.co/oregano/ordemtc.htm
aktuelle Toolbox: http://support.riscos.com/Support/Updates/
CallASWI: Modul, ab RISC OS 3.7 nicht notwendig, http://www.arcsite.de/arcarchie/

Einiges wird man natürlich auch auf diversen Disketten und CD ROM's finden.

Nun braucht man von seinen Provider die Zugangsdaten, hier mit dem Beispiel Arcor:
* Einwahlnummer (0 10 70/0 19 20 70)
* Benutzername (arcor)
* Passwort (internet)
* Nameserver (145.253.2.11 und 145.253.2.75)
* Domain (arcor.de)


Letzteres ist wohl nicht so wichtig. Die Daten werden vom Provider mitgeteilt. Bei Internet by Call Anbieter findet man die Daten auf den Webseiten des jeweiligen Providers. Bei der IP Nummer des Nameserver kann es zu Schwierigkeiten kommen, da dies bei Windows Rechnern üblicherweise bei der Einwahl von den Einwahlrechner mitgeteilt wird. Aber das PPP von Acorn und Monesi und auch Linux unterstützen dies nicht. Dank Linux wird man aber häufig doch fündig wenn man in der Linux-Konfigurationsanleitung seines Providers forscht. Der Support des Providers sollte aber auch Bescheid wissen. Alternativ kann man auch einen Nameserver eines anderen Provider angeben. Dies sollte man aber nur übergangsweise machen, da man den Nameserver ständig braucht. Mit einen NSLookup (Query type: NS) auf die Domain seines Providers (z. B. arcor.de) kann man aber die Nameserver ermitteln in der die Domain des Providers eingetragen sind und hoffen, daß diese auch die nächsten Nameserver sind. So nun aber zur Installation.

Internet ist der IP Stack von Acorn und muß, wie auch SerialDev, rechtzeitig gesehen worden sein. In !Boot.Resources ist ein recht guter Platz. Wenn man das Acorn PPP benutzt muß man in Internet (!Boot.Resources.!Internet.files) ein Verzeichnis PPP anlegen. Als erstes erstellt man dort die Textdatei "Options" und schreibt dort folgendes rein:

crtscts
modem
noipdefault
user arcor
defaultroute


In das gleiche Verzeichnis legt man dann noch zwei weitere Textdateien mit dem Namen "CHAPSecret" und "PAPSecret" mit den Benutzername und das Paßwort für Arcor an:

arcor * internet

Nun muß der Internetstack "konfiguriert" werden. Dazu klickt man doppelt auf Boot und geht in die Netzwerkkonfiguration, wählt Internet und dann TCP/IP Protocol Suite aus. Unter Host names trägt man folgendes ein:

Host name: localhost
Local domain: arcsite.de
Primary und Secondary name server: 0.0.0.0
Name resolver module: Resolver (Acorn)

Jetzt kann man alle Fenster mit Set und Close schließen und den Rechner neu starten.

Nun muß man in !System.310.Modules.Network das PPP und das Resolver Modul ablegen. SerialBuff habe ich in !System.Modules kopiert. Bevor man Socketeer starten kann, muß man aus dem Zip Archiv FilerHRun/ (!Socketeer.Docs) die Datei FilerHRun in das Anwendungsverzeichnis !Socketeer kopieren.

Socketeer im Desktop
Socketeer offline mit Launcher

Eilige können nun meine Konfiguration herunterladen und müssen nur noch die Modemintialliesierung prüfen. Nach dem man Socketeer gestartet hat kann die Konfiguration beginnen. Dazu wählt man im Menü Setup/Connection aus und richtet mit Add... einen neuen Provider mit Namen Arcor ein. Nun wird man gefragt ob man einen neuen ISP (Provider) einrichten möchte und verneint dies. Wenn man dem zustimmt kann man einige vorkonfigurierte britische Provider auswählen.

In der Regel werden die meisten die interne Schnittstelle von ihren Rechner benutzen und deshalb wird folgende Einstellung richtig sein:

Driver: InternalPC
Port: 0
Speed: 115200
Server: PPP (PAP)
Phone: 010700192070

Alle anderen Einstellungen kann man erstmal so lassen. Wenn ein altes langsames Modem benutzt wird muß Speed entsprechend herabsetzt werden. Wer ISDN benutzt muß sicher noch SyncPPP einstellen. Dazu muß man in der Datei !Boot.Choices.Socketeer.Profiles.Arcor dann die Einstellung modem_init=ATZ|M entsprechend ändern. Bei meinen USR Sportster steht dort modem_init=ATB3|M. Was für andere Adapter richtig ist steht im Handbuch des jeweiligen Adapters. Das "|M" steht für einen Zeilenumbruch und muß am Schluß angegeben werden. Andere Provider unterstützen PAP nicht und so wird man dann Server auf CHAP einstellen müssen. Was richtig ist muß man ausprobieren. Wenn es falsche eingestellt ist wird Socketeer bei Negotiate (Authentifizierung) auflegen.

Unter TCP/IP werden dann die Nameserver (DNS) "145.253.2.11 145.253.2.75" und die lokale Domain (arcor.de) eingetragen. Falls in der Domain ein Bindestrich vorkommen sollte, kann man dies in der Konfigurationsdatei (!Boot.Choices.Socketeer.Profiles.PROVIDER) mit der Hand nachtragen (domain).

Beim Acount werden nun die Zugangsdaten eingetragen. Weil man sicher nicht ständig sein Paßwort eintragen möchte und dies auch bei Arcor jeder kennt, wird Save to file ausgewählt. Der Benutzername ist "arcor" und das Paßwort ist "internet".

So das Wesentliche sollte jetzt geschafft sein. Nun muß man auf das Socketeersymbol und dann auf Connect oder nur mit Adjust auf das Socketeersymbol klicken um die Einwahl anzustoßen. Auf gleichen Weg beendet man dann auch die Verbindung wieder. Wenn sich Socketeer eingewählt hat sollte man in einen TaskWindow (<Strg/Ctrl><F12>) einen der Nameserver anpingen: *ping 145.253.2.11. Die Ausgabe sollte ähnlich wie folgt aussehen:

*ping 145.253.2.11
PING 145.253.2.11 (145.253.2.11): 56 data bytes
64 bytes from 145.253.2.11: icmp_seq=0 ttl=246 time=110 ms
64 bytes from 145.253.2.11: icmp_seq=1 ttl=246 time=100 ms
64 bytes from 145.253.2.11: icmp_seq=2 ttl=246 time=110 ms
...


Wenn das der Fall ist prüft man die Namensauflösung. Dazu bricht man den Ping mit der Escapetaste ab und schreibt nun *ping www.arcsite.de in das TaskWindow. Ergibt das im Prinzip das gleiche Ergebnis wie oben, ist man im Internet. Falls das mit dem ersten Ping nicht funktioniert sollte man dann mit der IP Nummer des anderen Nameservers versuchen. Scheitert dies auch sollte man im TaskWindow mal sich selbst anpingen (*ping 127.0.0.1). Wenn das nicht klapt stimmt etwas mit der Konfiguration von Internet nicht - dies muß funktionieren. Ein Blick in das Socketeerlogfile (!Boot.Choices.Socketeer.Debug) kann evtl. bei der Fehlersuche helfen. Mit *show inet* in einen TaskWindow kann man sich die Internetvariablen anzeigen. Funktioniert nur der zweite Ping nicht sollte man anderen Rechner (z. B. *ping www.arcor.de) auswählen. Scheitert auch dies, gibt es ein Problem mit der Namensauflösung und man sollte die IP Nummern des Nameservers prüfen. Klapt alles kann man sich an die Installation und Konfiguration von Browser, Mail usw. machen um sich dann später den Fähigkeiten von Socketeer zuzuwenden.

Selbstverständlich kann Socketeer mit mehreren Providern arbeiten. so sind auch im dem Download mehrere Provider vorkonfiguriert. Auswählen kann man die unterschiedlichen Zugänge über den Launcher (Klick auf Socketeer). Ein sehr angenehme Eigenschaft von Socketeer ist, daß eine Obeydatei nach der Einwahl gestartet werden kann. So kann man z. B. automatisch mit wget das ArcSite Forum herunterladen. Ich nutze das primär um die SMTP-Konfiguration von POPStar für jeden Provider zu ändern. Man kann auch eine Obeydatei nutzen wenn man die Verbindung abbricht, dies habe ich aber bislang noch nicht genutzt.

Im Setup kann man dann das Online script mit einen Klick auf Edit... ändern. Wenn man sich das ArcSite Forum bei jeder Einwahl holen möchte muß man folgendes eintagen:

If "<File$Type_FAF>" = "" Then Set File$Type_FAF HTML
wget http://www.arcsite.de/forum/ -o $.ASForum


In der ersten Zeile wird sichergestellt das der Dateityp HTML (faf) dem Rechner bekannt ist. In der zweiten Zeile wird mit wget, das entweder in !Boot.Resources.!Internet.bin oder !Boot.Library liegen sollte, die Forumsseite geholt und in der Wurzel der aktuellen Platte (meist die Bootplatte) als HTML Datei "ASForum" gespeichert. Mit ein paar Änderungen kann man dies nach seine Wünschen anpassen. Da das Holen einer Webseite etwas dauert sollte man den Dateityp der Datei !Boot.Choices.Socketeer.Online in den Dateityp "TaskObey" ändern um wärend die HTML Seite geholt wird z. B. Mails abholen zu können. Wenn man zwischen den verschiedenen Provider unterscheiden will (z. B. um unterschiedliche SMTP's einzustellen) kann man dies recht einfach über die Variablen Inet$Resolvers (IP Nummer der Nameserver) machen.

If "<Inet$Resolvers>" = "145.253.2.11 145.253.2.75" Then Echo Provider ist Arcor

Socketeer Symbole auf der Iconbar
Offline, zwei Sekunden online und keine Datenübertragung

Eine der für mich wichtigen Features ist die Anzeige der Dauer der Verbindung. So wird unter dem Socketeersymbol ständig die Zeit angezeigt wie lange man online ist wenn man der Front-end Konfiguration Show seconds angeklickt hat. Werden keine Daten angezeigt, z. B. wärend man eine Webseite liest, "schläft" der Vogel auf der Iconbar. Letzteres wird dadurch erreicht, daß Socketeer ständig die Verbindung prüft (Ping). Dies kann man auch nutzen um automatisch aufzulegen.

Bei der Connection-Konfiguration kann man über Idle-out die Zeit einstellen wann Socketeer die Internetverbindung unterbricht, wenn keine Daten empfangen bzw. gesendet wird. So kann man z. B. bei einen längeren Download ruhig den Raum verlassen und sich mit anderen Dingen beschäftigen, Socketeer legt dann nach der eingestellten Zeit alleine auf. Wenn man in Front-end Confirm disconnections angeklickt wird wird man vor dem Auflegen gefragt. Wenn man man möchte kann man in Connection/Connection at these times die Zeiten wann Socketeer sich einwählen soll einstellen und so z. B. automatisch Mails abholen. Dies Feature habe ich aber noch nicht benutzt.

Praktisch ist auch der Launcher mit dem man schnellen Zugriff auf Programme, Verzeichnisse und Datei haben kann (s. Abbildung oben). So hat man einen extra Launcher nur für Internetsachen. Wenn man auf das Socketeer Symbol auf der Iconbar klickt öffnet sich der leere Launcher. Leider kann man diesen nicht via Draging bestücken, aber den Finger schadet ein bißchen Bewegung auch nicht. Mit einen Klick auch das Setup/Launcher Menü öffnet sich ein Textfenster. Dort wird dann der Pfad des Programmes, Verzeichnisses bzw. der Datei eingetragen oder einfach mit gehaltender Shifttaste das Objekt in das Textfenster gezogen. Dann sollte dort z. B. ADFS::Platte.$.Internet.Tools.!FreeTime stehen. Nun trennt man den nächsten Eintrag mit einen Druck auf die Tabtaste und schreibt dahinter den Namen des gewünschten Symboles (z. B. !freetime, directory, file_feb). Dann folgt wieder ein Tabulator und dann eine Bezeichnung (FreeTime). In der nächsten Zeile folgt dann der nächste Eintrag.

Wer einen Provider selbst konfiguriert hat, bitte ich mir die Konfigurationsdatei (!Boot.Choices.Socketeer.Profiles.PROVIDER) zuzuschicken. Ich stelle sie dann für alle bereit. Die geheimen Zugangsdaten müssen dann natürlich erkennbar geändert werden. Anregungen und Korrekturen sind erwünscht. Wer den PPPDriver von Sergio Monesi erfolgreich mit Socketeer einsetzt darf sich auch melden.

Download von vorkonfigurierten Provider (4,8 kByte, 08-Okt-01)
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